Kurze Geschichte der Wallfahrt nach Maria Martental

Um 1680 gilt das Gotteshaus (die alte Wallfahrtskirche) als "halb verfallen". 1681 wird unter der Leitung Springiersbachs ein Klosterneubau mit Kirche errichtet. Da aber keine klösterliche Gemeinschaft mehr vor Ort bestand, wird mit dem Klosterneubau wohl eine Eremitage an der Kirche oder das Wohnhaus des oberhalb gelegenen Hofes gemeint sein.

Besondere Feiertage waren als Hauptfest die Hl. 10 000 Märtyrer am 22. Juni, die Hl. Vierzehn Nothelfer allen voran der Hl. Achatius, der Hl. Apollinaris und der Hl. Augustinus als Ordenpatron der ehemaligen Klosterleute. Heute sind es der Schmerzensfreitag (Freitag vor Palmsonntag), das Herz-Jesu-Fest und der Gedenktag der sieben Schmerzen Mariens am 15. September.

Allmählich tritt die Märtyrerverehrung durch die Verehrung der Schmerzhaften Mutter in den Hintergrund. 1737 wurde die Kirche erneuert oder neu erbaut.

In der Fastenzeit war jeden Freitag ein festlicher Gottesdienst. Die hl. Messe feierte der Pastor von Masburg, es predigte ein Kapuziner aus Cochem. Alljährlich zog eine Sakramentsprozession am Ostermontag von Masburg nach Martental. Die Leute von Müllenbach und Leienkaul sowie andere Pilger nahmen daran teil.

Im Zuge der Säkularisierung wurde die Wallfahrtskirche geschlossen, das Inventar entfernt und so begann allmählich der Verfall. Die Kirche mit dem zugehörigen Gelände erwarb der "Rauschmüller". Die preußische Forstverwaltung hat die Ruine und die dazu gehörenden Parzellen 1856 von den Kindern des Müllers zurückgekauft.

Die neue klösterliche Gemeinschaft "Gesellschaft der göttlichen Liebe" unter Führung des Redemptoristenpaters Tillmann machte bereits erste Werbung für den Wiederaufbau der Wallfahrtskirche. Nach längeren Verhandlungen mit der Preußischen Staatsforstverwaltung (seit 1929) ging das Gelände im Tal mit der Ruine und dem Gnadenbild durch Vertrag vom 14. Oktober 1932 in den Besitz des Klosters der Herz-Jesu-Priester über.

Auf Anregung der Pfarrer der Region und der Patres sowie durch die Gutheißung des Bischofs wurde 1934 der Wiederaufbau der Wallfahrtskirche beschlossen. Bereits in der Fastenzeit wurden erste Gottesdienste in der Kirchenruine gefeiert. Am ersten Sonntag im Mai fand eine große Wallfahrt der Dekanate Kaisersesch und Lutzerath zur alten Ruine statt. Seit dem 23. März 1934 wird der Scherzensfreitag wieder als besonderer Wallfahrtstag begangen.

Unter tatkräftiger Hilfe wurde die Ruine niedergelegt und auf ihren Grundmauern eine neue Wallfahrtskirche gebaut. Die Männer der Region haben Arbeits- und Spanndienste geleistet.Am 22. Juli 1934 war Grundsteinlegung, und am 16. September 1934 das Richtfest.

Am 4. August 1935 erfolgte die Weihe zwei neuer Glocken und am 15. September, dem Fest der Schmerzensmutter, die feierliche Benediktion der Wallfahrtskirche durch Weihbischof Albert Fuchs mit 20 000 Wallfahrern. Die Feier der Festwoche mit dem Höhepunkt am Fest der „Sieben Schmerzen Mariens“ hat also schon eine alte Tradition. Es ist doch schön zu wissen, dass wir in den Spuren unserer Vorfahren gehen, wenn wir nach Martental pilgern, dort beten und uns der Gottesmutter anvertrauen. Viele Tafeln zeigen ja auch in der Kerzenkapelle, dass Maria geholfen hat. Tragen wir diese gute und segensreiche Tradition weiter, indem wir viel nach Martental wallfahren.