Der Heilige Nikolaus – Patron der Kirchen in Kaifenheim und Brohl
 
 
Gleich zwei Kirchen in unserer Pfarreiengemeinschaft haben den heiligen Nikolaus als ihren Patron. Wahre Geschichte, Legende und Brauchtum verbinden sich bei der Person des Nikolaus zu einem liebenswerten Gesamtbild: Nikolaus, der Heilige und Freund der Kinder, der Patron der Gefangenen, der Schutzheilige für eine gute Heirat, Bischof, Märtyrer, Bekenner und Nothelfer.
Historisch lassen sich folgende Ereignisse belegen. Nikolaus wurde als junger Mann um 300 Bischof von Myra (heute Demre) in der Türkei. Bald nach seiner Wahl zum Bischof begann hier die letzte Christenverfolgung im römischen Reich. Auch Nikolaus geriet in Gefangenschaft und wurde im Kerker schwer misshandelt.
 
Mit Kaiser Konstantin wurde das Christentum staatlich anerkannt und gefördert. Nikolaus, schwer gezeichnet von den erlittenen Folterungen, nahm am Konzil in der kaiserlichen Sommerresidenz in Nicäa teil. Auf diesem ersten christlichen Konzil wurde das Glaubenskenntnis, das wir heute noch im Gottesdienst sprechen formuliert. Von diesem Konzil gibt es noch schriftliche Überliegerungen, die die Unterschrift des heiligen Nikolaus tragen. An einem 6. Dezember zwischen den Jahren 345 und 351 ist Bischof Nikolaus in Myra gestorben. Seine Gebeine wurden am 8. Mai 1087 in die süditalienische Stadt Bari überführt.
 
Zwei Legenden haben die Darstellung des heiligen Nikolaus besonders beeinflusst. Nikolaus soll einmal drei Schwestern davor bewahrt haben, dass sie ihre Mitgift als Dirnen verdienen mussten, indem er ihnen nachts drei Beutel mit Goldstücken durchs Fenster in ihr Haus warf. Er wird deswegen oft mit einem Buch mit drei Goldkugeln dargestellt.
 
Eine andere Legende berichtet, dass Nikolaus drei Schüler wieder zum Leben erweckte, die von einem verbrecherischen Gastwirt geschlachtet und gepökelt worden waren. Daher wird Nikolaus oft mit einem Pökelfass dargestellt, in welchem drei Jungen sitzen.