Der heilige Servatius – Patron der Pfarrkirche in Landkern
 
Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien. Sicher ist, dass er um 340 Bischof von Tongern wurde. Servatius war ein Hauptgegner der Lehre des Arianismus. Er war Teilnehmer der Synoden von Sardica, dem heutigen Sofia, (343 n. Chr.) und Rimini (359 n. Chr.).
 
Ein Engel soll Servatius von Jerusalem nach Tongern geführt, ihm Ring und Stab des verstorbenen Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Maastricht, die auf dem Altar bereit lagen, überreicht und ihn damit selbst zum Bischof geweiht haben. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. So erzählt eine Legende, dass bei einer Predigt, als Servatius ganz vom heiligen Geist erfüllt war, alle Zuhörer ihn in ihrer Muttersprache verstanden. Der Adler ist das Wahrzeichen des heiligen Servatius, weil ein Adler den am Wegrand eingeschlafenen Bischof vor den heißen Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln beschattet und geschützt haben soll. Nach einer anderen Überlieferung hat dieser Adler die Hunnen unter Attila mit Steinwürfen abgewehrt, als diese Servatius bedrohten. Letztendlichen gelang es den Hunnen und feindlich gesinnte Einwohner Servatius zu vertreiben, so dass er in Rom um Asyl bat. Petrus erschien ihm und reichte ihm einen silbernen Schlüssel, mit dem er allen, die darum bitten, das ewige Leben aufschließen möge.
 
Einige Legenden erzählen, dass Servatius mit einem Holzschuh erschlagen worden sei. Andere Überlieferungen berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht. Das Grab des heiligen Servatius war einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters. Für 1496 sind über 100.000 Pilger als Teilnehmer am Servatius-Fest bezeugt. Servatius gehört zu den Eisheiligen. Die Servatius-Kirche von Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt 1997; dabei werden sein Brustkreuz, sein Messkelch und der Goldschrein mit seinen Gebeinen in der Prozession mitgeführt.