"Auch 2013 hat die Kirchengemeinde Kaisersesch mit einer großen Gruppe am
Internationalen Jugendtreffen in Taizé teilgenommen"

Heilig-Land-Reisebericht eines Pilgers

21. Oktober – 29. Oktober 2013

 

Am Montag, 21.10.13 um 03.21 Uhr setzt sich in Kaisersesch der Bus Richtung Frankfurt in Bewegung. Die Fahrt verläuft sehr ruhig, da die Dunkelheit sich anbietet, noch einige Zeit zu schlafen.

Beim Einchecken in Frankfurt ist es dann aber mit dem Schlaf endgültig vorbei. Ein Opfer zwecks Leibesvisitation ist hier schnell ausgemacht. Um einem weiteren Filzen in München zu entgehen, entledigt sich dieser Pilger bereits vor Aufforderung durch die Kontrolle seiner Schuhe. Dies kann jedoch nicht den um 15 Minuten verspäteten Abflug verhindern.

Im Flugzeug wird nach Abheben in München Richtung Tel Aviv um 10.55 Uhr ausgiebig gebruncht. Schneller als erwartet erreichen wir unser Ziel, da wir unterwegs eine Stunde Zeitverschiebung haben. Bereits beim Einchecken erwähntes Opfer erhält auch in Tel Aviv Sonderbehandlung, nämlich Visum ohne Foto.

Nach sehr freundlicher Begrüßung „Willkommen zu Hause“ durch unsere Reiseleiterin Teresa am Flughafen, geht es dann mit dem Bus in unsere Unterkunft nach Ginnosar am See Genezareth.

Nach ausgiebigem Frühstück sind wir am Dienstag unterwegs nach Akko. Im Bus halten wir zur Einstimmung eine Andacht. Auffällig unterwegs ist der überaus karge Boden in Israel. Unsere Reiseleiterin erläutert drei Städte und ihre Zugehörigkeiten: Haifa zum Arbeiten, Tel Aviv zum Feiern und Jerusalem zum Beten. Da ergänzt ein Pilger aus unseren Reihen: und Villarriba schrubbt noch.

Aufgrund der schützengrünen Türme einer Moschee wird vermutet, dass es sich um eine Moschee der Schützen des Diözesanverbands Trier handeln könnte. Farblich ja, aber tatsächlich haben wir die El Jazzar Moschee in Akko im Blick. Beim Verlassen von Akko gibt es eine deutliche Verzögerung, hervorgerufen durch den Empfang der zurückkehrenden Mekka-Pilger. Hier nimmt der Verdacht Gestalt an, dass man in den nächsten Tagen in der Rhein-Zeitung lesen könnte, dass „Pilger von Kaisersesch ausgetrocknet bei den Kreuzritterstätten in Akko“ sind. Aber es geht Gott sei Dank vorher weiter. Zum Mittagessen dann ein landestypisches Gericht: Falafel in Fladenbrot mit Salat.

Wir besuchen das Karmeliterkloster und im Anschluss daran bei mittlerweile 32°C Nazareth, wo wir in der Josephskirche einen Gottesdienst feiern. Mit Besuch der Verkündigungskirche und abschließend der orthodoxen Kirche (Gabrielskirche) ist der Tag sehr informationsreich.

Bereits um 7.50 Uhr am nächsten Morgen erfolgt die Abfahrt zum Berg der Seligpreisungen, wo wir Gottesdienst feiern und anschließend die Brotvermehrungskirche besichtigen. Heute steht auch eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth auf dem Programm, bevor wir in Kapernaum die Heimat des Petrus besichtigen. Zum Mittagessen gibt es heute den sehr begehrten Petrusfisch, den man, das haben wir heute auch gelernt, mit den Fingern isst. Gut gestärkt und erholt geht es zur Jordanquelle, den Banjais auf den Golanhöhen. Auf dem Rundweg, der 30 Minuten dauern soll, verlieren wir mit einer größeren Gruppe irgendwie die Richtung und sind mehr als 2 Stunden unterwegs. So haben wir unterwegs das Vergnügen, Klippdachse und eine sehr fotogene Echse, die den Anweisungen unseres Pastors Folge leistet,  anzutreffen. Als wir endlich unseren Bus wieder im Blick haben, ist unserer Reiseleiterin die Erleichterung anzusehen. Nach ausführlichem Bericht, was wir unterwegs gesehen haben, wechselte sie jedoch die Farbe und bemerkt, dass wir großes Glück haben, hier wieder angekommen zu sein, da wir auf unserem Rundgang die Landesgrenze überschritten haben. Der bereits alarmierte Suchtrupp wird abbestellt. Den Abend lassen wir gemütlich im Freien bei Gesang und kühlen Getränken ausklingen.

Donnerstag. Heute verlassen wir den Kibbuz. Nach dem Frühstück und Besuch im Museum, wo wir uns einen Vortrag über das antike Boot ansehen, welches hier beim letzten Niedrigwasser gefunden und mühsam geborgen wurde, feiern wir einen Gottesdienst direkt am See; hier nehmen wir Abschied und machen uns auf Richtung Jerusalem. Bereits vor Mittag erreichen wir Beit Shean, eine der herausragendsten archäologischen Stätten Israels und haben hier angenehme 31°C. Noch schnell einen Besuch der Petrus Kirche; hier erschien Jesus den Jüngern das letzte Mal nach seiner Auferstehung, bevor es zur Taufstelle geht.

Auch hier, an der Stelle, wo Jesus von Johannes getauft wurde, gibt es wie an allen wichtigen Plätzen, entsprechende biblische Textstellen. Und nach der Bekreuzigung mit Jordanwasser „Fest soll mein Taufbund immer stehen“. Um 17.00 Uhr erreichen wir unsere neue Unterkunft, das Gästehaus der Rosenkranzschwestern in Jerusalem. Nach dem Abendessen sind wir gestärkt für eine Rundfahrt „Jerusalem bei Nacht“ und einen kurzen Besuch an der Klagemauer.

Freitagmorgen. Nach dem Frühstück fahren wir in aller Frühe zur Todesangstbasilika (Kirche der Nationen), wo wir Gottesdienst feiern. Danach erkunden wir den Ölberg. Garten Gethsemane, jüdischer Friedhof und Hahnenschreikirche; dazwischen bietet sich ein bergan laufender Esel als Fotomotiv an. Es sind bereits in der Frühe 25°C. Ein plötzlich brennendes Auto auf Jerusalems Hauptverkehrsweg zum Ölberg erweckt nur sehr geringe, nämlich unsere Aufmerksamkeit. Unser Mittagessen nehmen wir heute in einem Kibbuz ein. Wir laufen auf der Via Dolorosa die Kreuzwegstationen bis zur Grabeskirche entlang, nicht ohne die auf dem Weg liegende Verkündigungskirche zu besuchen.

Am Samstag steht zunächst Berg Zion auf dem Programm, bevor wir nach Bethlehem fahren. Der uns dort zugeteilte Reiseleiter, Teresa darf dort nicht einreisen weil sie Israelin ist, führt uns zur Geburtskirche. Dort setzt er all sein Geschick ein, um uns an den Platz zu führen, an dem Jesus geboren sein soll. Aber dieser Platz bleibt uns verwehrt. Dafür stehen uns aber die zur Geburtskirche gehörenden Grotten offen. Hier unten, wo sich u. A. das Grab des hl. Hieronymus, die Gräber der unschuldigen Kinder und die Gräber von Paul und Paula befinden, spielt Reiseleiter Kamal auf seiner Blockflöte und wir singen dazu „Oh du fröhliche“. Den Gottesdienst halten wir heute auf den Hirtenfeldern. All die vielen Eindrücke über Tag halten uns nicht davon ab, am Abend auf Erkundung zu gehen und ins Jerusalemer Nachtleben einzutauchen. So lassen wir auch diesen Tag in geselliger Runde ausklingen.

Der Sonntag beginnt mit einer Stadtrundfahrt. Zur Besichtigung des Tempelbergs steht uns ausreichend Zeit zur Verfügung, bevor wir zur Klagemauer laufen. Wir sind mit kleinen handgeschriebenen Zetteln versorgt und versuchen, für unsere Wünsche, Bitten und Klagen eine freie Ritze in der Mauer zu finden. Anschließend erfolgt eine etwas längere Fahrt im Bus, so dass Beten von Psalm 118 und Gesang möglich ist. Wir besuchen das Parlament und anschließend Ein Karem; dort bestaunen wir die Marc Chagall Fenster im Hadassah-Krankenhaus, welche die 12 Stämme des Volkes Israel darstellen. Nach dem Mittagessen tätigen wir den sehr ergreifenden Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vasem.

Einer weiteren Besichtigung, nämlich der Kirche Johannes des Täufers folgend, feiern wir Gottesdienst in der Kirche der Heimsuchung. Es ist jetzt um 16.00 Uhr angenehme 23°C.

Montag. Um 7.30 Uhr sind wir bereits unterwegs und erfahren Einiges über die Judäische Wüste, die eine Regen-Schatten-Wüste ist. Jetzt steht Werksverkauf bzgl. Totes Meer Kosmetik auf dem Programm. Danach haben wir wenige Augenblicke Zeit und haben die wunderschöne und auffallende Pflanze nur angesehen. Dann haben wir doch Samen gesammelt, der sich uns regelrecht entgegengestreckt hat. Danach erst haben wir Teresa gefragt, was das für eine Pflanze sei. Teresa klärt uns sofort und eindringlich auf: Diese Pflanze ist hochgiftig. Ich hoffe ihr habt nichts angefasst; das ist der Apfel des Sodom. Nach ausgiebigem Händewaschen geht es weiter zur Felsenfestung Massada, von der wir um 12.15 Uhr bei 30°C mit leichter Bräunung zurückkommen. Unser Mittagessen ist ein leckeres Picknick am Eingang von Ejn Gedi. Hier lohnt sich vor dem Mittagessen der Spaziergang zum Davids-Wasserfall.

Gestärkt geht es zum Baden im Toten Meer. Ob sich jemand aus der Gruppe das Wasser so ölig vorgestellt hat, wie es sich tatsächlich anfühlt? Auch eine Bitumenteer-Behandlung haben sich viele von uns gegönnt. Und jetzt gibt es unter uns Pilgern auch denjenigen mit dem schönsten Hut. Um 16.45 Uhr fahren wir bei immer noch 29°C zurück zum Kloster, wo wir nach dem Abendessen noch einen Bummel durch die Altstadt machen.

Der Dienstag steht ganz im Zeichen der Heimreise. Gottesdienst vor dem Frühstück und dann heißt es auch schon Koffer packen. Wer das schon erledigt hat, nutzt die Zeit noch einmal für einen kleinen Bummel in der Einkaufsmeile. Um 11.50 Uhr bringt der Bus vom Kloster zum Flughafen nach Tel Aviv. Hier werden auffallend viele Koffer kontrolliert, bevor wir dem Heiligen Land den Rücken kehren. Um 20.30 Uhr Ortszeit landen wir in Frankfurt.

 

B. Wilhelm


 
Taizéfahrt Sommer 2013
Sonntag, 07.07.2013 – Sonntag 14.07.2013
 
Anmeldeschluss für Taizéfahrt im Sommer 2013
 
Eine Auszeit für Jugendliche und junge Erwachsene - Taizé ist ein Ort in Frankreich, an dem eine ökumenische Gemeinschaft von mehr als 100 Männern aus rund 25 Nationen lebt. Dort treffen sich das ganze Jahr über tausende junge Leute aus verschiedensten Ländern, um mit der Gemeinschaft zusammen zu singen und zu beten, um neue Leute kennenzulernen, gemeinsam zu arbeiten, über Gott und die Welt zu diskutieren und Spaß zu haben.
 
„Anmeldeschluss für die Taizéfahrt 2013 ist am 26. April“. Das gab Josef Darscheid jetzt bekannt. Wer also noch mitfahren möchte, sollte sich schnell entscheiden.
 
Die Internationalen Jugendtreffen in Taizé bietet die Pfarrgemeinde Kaisersesch zum wiederholten Mal in der ersten Sommerferienwoche (07.07.2013 – 14.07.2013) an. Eingeladen sind vorrangig Jugendliche von 15 – 29 Jahren sowie junge Familien (mit Kindern bis 14 Jahren)  
 
Die Kosten für Fahrt, Übernachtung, Verpflegung und Versicherung sind abhängig von der Teilnehmerzahl, werden aber für Jugendliche 100 Euro sicher nicht überschreiten.
 
Anmeldung und Infos bei: Uschi und Josef Darscheid, Tel. 02653-3900 oder im Pfarrbüro Kaisersesch, Tel. 02653-3482.